Rorschach-Art 

 

Die durch den Rorschach-Test inspirierte Technik wird hier aufgegriffen, um mit dem Effekt der uns allen innewohnenden Assoziationssuche zu arbeiten. Das Spiel mit Zufall und Absicht, Gewolltem und Ungewolltem spielt hier eine tragende Rolle.

 

Die Werke spiegeln durch die Wahl von Farben, Untergründen und Formaten bewusst Stimmungen wider, welche durch Zutun individueller Assoziationen ihre Wirkung zeigen. Hintergrund ist die Aussage Marcel Duchamps, 50% der Wirkung käme vom Kunstwerk, die anderen 50% vom Betrachter.

 

Das vom Prinzip her simple Vorgehen wird entweder in seiner vermeintlichen Einfachheit filigran oder reduziert verwendet wie bei der Überlagerung von Fotos (s.u.) oder durch vielfache Schichtung zu Gesamtkompositionen genutzt, welche von abstrakt bis figürlich arrangiert werden. So finden sich im Repertoire sowohl kleinformatige Spielereien, welche die Technik an sich und damit das reine Assoziieren in den Vordergrund stellen, sowie Bilder, die die Klecksografie als Sinnbild für Werte und Energie charakterisieren, als auch eine Reihe an Portraits, welche die Technik der Malerei nahe bringt, indem Konturen und Schattierungen erzeugt werden, die den Spielraum der Assoziationen scheinbar wieder reduzieren. Was all diese Werke vereint, ist das Vorhaben, dem Betrachter zu verdeutlichen, inwiefern das Verstehen und Bewerten des Gesehenen von seiner eigenen Innenwelt abhängt. Dadurch soll auf die Diskrepanz zwischen Objektivität und subjektiver Einordnung hingewiesen werden und es stellt sich u.a. die Frage, ob wir überhaupt in der Lage sind, unsere eigene individuelle Wahrnehmung zugunsten gesellschaftlicher Ziele neutral zu bewerten oder gar außer acht zu lassen. Gleichzeitig wird der Versuch unternommen, darauf hinzuweisen, dass wir alle über Fantasie verfügen, welche wir ununterbrochen nutzen, ohne es zu merken. Allein das Bewusstwerden der eigenen Fähigkeit eröffnet zahllose Möglichkeiten, diese zu nutzen, Verantwortung zu übernehmen und damit das eigene wie auch das Leben um uns herum zu bereichern.

 

All Over`s - seitenfüllende Klecksografien gefertigt mit japanischer Tinte und Wasser, 2018

 

Diese Werke wurden gefertigt mit japanischer Tinte und Wasser auf Papier. Sie erzählen Geschichten, lassen Wesen hervortreten, Gesichter erscheinen und wieder verschwinden. Ihre dunkle Anmutung lässt uns unsere eigenen Tiefen erahnen.

 

Rorschach-Classics, 2018

 

 

Spielereien mit Wasser und Tinte erzeugen organische Formen, welche verschiedene Assoziationen erwecken. Bei diesem Zusammenspiel sind die Ergebnisse nur begrenzt planbar: lediglich ungefähre Anordnung und Menge von Wasser und Tinte können hier zuvor bestimmt werden. Die Ergebnisse zeigen Kompositionen voller Tiefe und Vielfalt.

 

Rorschach-Portraits, 2017

 

Werke dieser Reihe wurden bereits im Keller Drei Hannover (2017 und 2018) sowie in der xpon-art gallery in Hamburg (2018)  gezeigt.

 

Die xpon-art gallery Hamburg beschrieb die Werke folgendermaßen:

 

"Sophia Sanner verwendet in Ihren neuesten Arbeiten die aus der Psychodiagnostik entlehnte Rorschachtechnik. Zahllose Überlagerungen von Farbschichten, Klecksen und Schlieren erzeugen Interpretationsspielräume, die unsere Wahrnehmung reflexartig ansprechen. Im Zufall entstehen unzählige Details, die in der Symmetrie unsere inneren Bildwelten herausfordern."

Klecksografien auf Vintage-Fotos / Klecksographies on vintage-photos, 2016/2017

 

Die Welt braucht eine Therapie!: unter dieser Überschrift wurden diese Bilder (2016/2017) produziert. Sie alle sind aus Zeitschriften aus den 60er Jahren in Rorschach-Technik angefertigt und zeigen Themen auf, die überdenkungswürdig sind. Sie sollen auf die vielen Aspekte im Rahmen unseres Miteinanders hinweisen, die Einfluss auf uns haben und die häufig in ihrer Wichtigkeit unterschätzt werden. 

 

Ein Teil dieser Reihe wurde im Februar 2017 im Rahmen der Gruppenausstellung "Klllxlllll" im Keller Drei Hannover sowie 2018 in der Gruppenausstellung werdenN in der xpon-art gallery Hamburg ausgestellt.

 

Einige der Motive sind als Drucke hier erhältlich: 

https://society6.com/sophiasanner/prints

 

Weitere Hintergedanken hierzu gibt es hier: 

https://www.facebook.com/notes/j-sophia-sanner/die-welt-braucht-eine-therapie/1242957195781893/

Klecksografien auf Leinwand / Klecksographies on Canvas, 2016

 

 

Die ersten Rorschach-Arbeiten in Acryl auf Leinwand wurden inspiriert durch die japanische Pop-Kultur.

 

Diese Werke wurden in der Ausstellung "HANsaka" (im Zuge der muse Inspirationsweek Hannover, 2016) gezeigt, welche eine Japanreise verarbeitete. Überzeugt davon, dass der menschliche Geist stets damit beschäftigt ist, Lücken zu schließen und ununterbrochen nach Ähnlichkeiten zu Bekanntem sucht, wählte J. Sophia Sanner die Technik der Klecksografien, die genau diese Ähnlichkeitssuche in dem Betrachter verursacht. So zeigen die Bilder die Reizüberflutung, die Irritation, aber auch die Freundlichkeit, die ihr auf ihrer Reise entgegen wirkte. Die gewählten Farben entstammen der japanischen Popkultur, aber auch traditioneller Grafiken und Produkten. Die feinen Linien der Klecksografien, welche größere Farbflächen immer wieder aufbrechen und strukturieren, sowie die Symmetrie der Werke erinnern an Schriftzeichen, aber auch an das ewige Streben nach Ausgeglichenheit und eigener Positionierung in der Gesellschaft. Zudem wird der Kontrast zwischen Moderne und Tradition, welcher wie eine schwer zu verstehende Symbiose erscheint, auf diese Weise dargestellt.

Winter-Trilogie, 2016

Klecksografien in Weiß auf Schwarz/ Klecksogrraphies in White on Black, 2015

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© J. Sophia Sanner